Stop Motion als Format im Museum

Alles rund ums Brickfilmen, die Werkzeuge und Techniken, bahnbrechende Einfälle und sogar Projektvorstellungen finden hier ihren Platz.
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Timo Hansemuseum
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Stop Motion als Format im Museum

Beitrag von Timo Hansemuseum » 21.04.2021, 08:12

Liebe Brick Boarder,

ich bin Mitarbeiter aus dem Bereich Bildung und Vermittlung am Europäischen Hansemuseum. Zur Zeit sind wir in unseren letzten Vorbereitungen für unsere im Mai startende Sonderausstellung "Hanse steinreich. Eine LEGO Zeitreise".
Hierfür plane ich unterschiedliche Vermittlungsformate. Neben eher klassischen Angeboten auch eine für mich eher neue Technik: Stop Motion Filme mit LEGO Kulissen. Dazu haben ich bereits Tablets, die App Stop Motion Video, eine Cloud-Lösung und eine Auswahl an angedachten Kulissen. Diese kann ich mir ggf. von Rene Hoffmeister bauen lassen. Er selbst hat mich an euch als Expert:innen verwiesen. Rene selbst hat in diesem Bereich nciht so viel Erfahrung, noch weniger ich. Deshalb wende ich mich an Euch und würde gerne ein paar Tipps erfahren.
Insbesondere wie die Kulissen gestaltet sein sollten, damit vor allem Kinder im Alter von ca. 8 bis 12 Jahren gut damit umgehen können. Ich rechne damit, dass die Schüler:innen in Gruppen von ca. 4 Personen arbeiten und evtl. einen Clip von ca. 90 Sekunden schaffen. Insgesamt habe ich 2 Stunden dafür vorgesehen, wobei davon ca. 30 Minuten für eine kurze Führung eingeplant sind. Dann etwas Einführung in die Technik sowie späterer Upload in die Cloud. Dann bleiben vermutlich ca. 60 Minuten effektives Ausprobieren und Arbeiten.

Meine angedachten Kulissen sind folgende, wobei ich davon sechs, aber max. 8 umgesetzen kann:
Mittelalter
· Fassade eines Kaufmannshauses
· Mittelalterlicher Markt
· Hafen Szene --> Beladung einer Kogge
· Freistehende Kogge auf See
· Schule/Klassenzimmer im Mittelalter
Gegenwart
· Modernes Büro oder Schreibstube MA
· Container beladen --> Kisten etc. Hafenarbeiter:innen, Kran, Gabelstapler
· Zollabwicklung / Kontrolle
· Paketzentrum

Welche Szenen bieten sich an, wie groß sollten sie sein? Sind Details nötig oder lieber das grobe Konstrukt und Details kommen von den Kids?

Ich kann mir noch gut vorstellen die einzelnen Kulissen in einen Karton zu stellen, damit ein schöner Hintergrund entsteht (dann wohl beklebt oder einfach weiß?).

Vielen Dank und beste Grüße
Timo

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Oli6
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Re: Stop Motion als Format im Museum

Beitrag von Oli6 » 21.04.2021, 13:00

Hi Timo!

Danke dass Die Brickfilmwelt dadurch bekannter wird jnd dass die neuen nachwuchs Brickfilmer mit Good Vibes feeling das beue Hobby Brickfilmen Interessiert sind

-Wenn ich ein Setkulisse Baue schaue ich mir Bilder von Anderen Bruckfilmer Kollegen an wie die Ihre Kulissen bauen.
-Suche Mittelalter und Stadtkulissen auf Bruckshelf.com an und lasse much Fazinieren
-Lego YouTuber von Ihren Bauwerken beeindrucken lassen

Der Praxis Tipp:

Wenn ich eine Brickfilm Kulisse baue gibt zwei Dinge zu beachten:
1.Baue das Set so auf, dass die Kamera platz hat zum Brickfilmen
2.Baue das Set so auf dass Du die Minifiguren oder Stein Figur bewegen kannst

Zusatz Tipp: Baue das Lego set so auf, dass kein Loch beim Lego Set sieht! Nicht dass man die Wand oder die Lampe von diesen Lego set zu sehen ist!^^

LG
OliAG
Hör nicht was andere sagen! Hör auf Dein Herz! Ich stelle mich kurz vor: https://youtu.be/mlJtC5w8sbE

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https://www.youtube.com/user/OliAG1" onclick="window.open(this.href);return false;

J&J Produktion
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Re: Stop Motion als Format im Museum

Beitrag von J&J Produktion » 22.04.2021, 11:44

Hallo lieber Timo,
mir gefällt deine Idee einen Brickfilm Workshop, als Angebot für eure Sonderausstellung anzubieten sehr gut!
Nun möchte ich dir noch ein paar Anregungen und Ideen, für die Gestaltung deiner Kulissen geben.

1. Probiere beim Bau darauf zu achten, dass das Set stabil ist und die Ecken der Grundplatte z.B. mit Kreppband, Uhu Patafix oder Tesafilm fixiert werden. So können unerwünschte Ruckler und Verschiebungen, während des Drehs vermieden werden.

2. Um einer Kulisse mehr Tiefenunschärfe zu verleihen und es lebhafter zu gestalten, ist es hilfreich sich ein paar Requisiten, wie Pflanzen, Straßenschilder, Mülltonnen, Briefkästen, Hydranten, Zäune, oder andere Objekte zu schnappen und sie im Vorder- und Hintergrund zu platzieren.

3. Wenn du Ideen suchst, wie du deine Kulissen gestalten sollst, ist es empfehlenswert sich z.B. Gebäude oder Dinge in seiner Umgebung einmal genau zu betrachten und zu schauen, welche Details man entdecken kann. Probiere zum Beispiel auf deinem Weg zur Arbeit, Häuserfassaden in der Stadt zu beobachten, so findest du vielleicht neue Ideen und Details, die du z.B. in einer Fassade eines Kaufmannshauses einbauen könntest. Desweiteren kannst du z.B. auch im Internet nach Bildern von Gebäuden, mittelalterlichen Märkten, Paketzentren, etc. suchen und so, viele Ideen und Anregungen zum Bau deiner Kulissen sammeln.

Hier noch ein Link zu einer Website, mit vielen hilfreichen Tipps rund ums Brickfilmen : https://www.stopmotiontutorials.com/

Ich hoffe, dass ich dir damit ein bisschen weiterhelfen konnte. Falls du noch weitere Fragen hast, schau einfach in den Foren vorbei, oder schreib uns gerne nochmal an ;) .
Es würde mich sehr freuen, wenn du uns später nochmal kontaktieren würdest, wie es gelaufen ist und wie es den Kinder und Jugendlichen gefallen hat :) !
Mit freundlichen Grüßen
Jonas

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A&M Studios
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Re: Stop Motion als Format im Museum

Beitrag von A&M Studios » 22.04.2021, 13:51

Hallo Timo,
mein Kollege Legostudio01 und ich haben bereits viele Workshops mit Kindern zum Thema Brickfilmen gehabt. Ergebnisse davon kann man
Hier (klick mich) oder Hier (klick mich) sehen.

Die Kinder waren da meistens 8-15 Jahre alt und unterschiedlich interessiert am Thema. Das Ganze dauerte immer so 3-4 Stunden.
Grundsätzlich haben wir das immer so gemacht dass es 3-4 Stationen gab. Jede Station besteht aus:
  • Einer Art Kartonbox (um Hintergrund abzudecken)
  • Einer großen Grundbauplatte
  • Einer Webcam mit Laptop
  • 2 Schreibtischlampen
Das Ganze lief so ab, dass zuerst ein kleines Kennenlernen und erklären war, wie man so einen Film macht, dann ein Figuren/Hauptdarsteller zusammen bauen, dann die Kulisse und dann das "Drehen".
Das "Schneiden" haben wir immer übernommen, da es für Kids einfach anfangs zu kompliziert ist. Wir selbst haben leider noch nicht mit Apps und mobilen Geräten gearbeitet und können da nicht wirklich helfen.
Was du/ihr da vorhabt klingt ja super! Ich denke was zu tun ist hängt ganz davon ab wie "Professionell" das Ganze danach aussehen soll. Einfach Lego bewegen geht schnell, wenn es ein bisschen Brickfilm Flair haben sollte, was nicht komplett amateurhaft aussehen sollte, sollte man ein paar Sachen beachten.

Was ich jetzt aus meiner Sicht und meiner Erfahrung zumindest sagen kann wären vielleicht folgende Sichtweisen und Tipps:
  • Ein Clipp von 90 Sekunden in 1 1/2 Stunden, halte ich für nicht realistisch, die Kids bauen meistens sehr gerne und da geht mit den Ideen meist die Hälfte der Zeit drauf. Hängt aber davon ab was du als "fertig" empfindest, bei uns war ja immer auch bisschen Ton und Musik dabei.
  • Legofiguren sind für blutige Anfänger schwer zu animieren, (zumindest das Gehen). Was immer schnell für viel Begeisterung sorgt ist das Animieren von Fahrzeugen oder Roboter usw., wo man das Auto "nur" rollen braucht um es zu animieren
  • In Brickfilmen gibt es oft anfangs nicht viel zu animieren, deswegen sollte man klar schon iwie Ideen vorgeben, dass in 4rer Teams auch wirklich jeder etwas machen darf.
  • Kulissen bauen ist eines der lustigsten Sachen am Brickfilmen und auch als Team gut machbar, ich würde also eher den Kindern die Freiheit geben, die Idee mit den Hintergründen ist aber gut, dass das Ganze ein Thema bekommt. Also vielleicht "Hintergrund" - Kulissen bauen oder ausdrucken und davor auf einer Bauplatte selbst bauen lassen
  • Bei der Kulissengestaltung sollte man halt alles relativ eben lassen und die Grundplatte auf jeden Fall befestigen! (Panzertape oder Klebeband an den Ecken
  • Das was meiner Meinung nach den ersten Film schon von totalen Amateurversuchen unterscheidet ist, wenn das Bild kaum flackert und auch nicht ruckelt. Das ist eben schnell erreicht indem man Kulisse und "Kamera" gut befestigt. Für das Flackern wäre eben wichtig dass pro Set mindestens zwei starke Schreibtischlampen das Ganze ausleuchten. In einem größeren Raum ist es schwierig Flackern zu verhindern, wir haben in unseren Workshops immer natürliches Licht verdeckt um das etwas zu stabiliseren.
  • Je nach Alter sind Ergebnisse sehr unterschiedlich, aber im Prinzip habens immer alle toll gefunden was "zum Leben zu erwecken", heißt die miesten Kinder sind auch mit den ersten Versuchen super zufrieden
Ich denke, dass eine gute Erklärung am Anfang notwendig ist, wie das Ganz überhaupt funktioniert und dann geht das schon von allein, wenn das Setup passt! ;)

LG Andreas
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Timo Hansemuseum
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Re: Stop Motion als Format im Museum

Beitrag von Timo Hansemuseum » 22.04.2021, 16:42

Vielen Dank Euch. Klasse Input. :supergrin:

Das hat mich nochmal zum Nachdenken gebracht. Ich werde nun so vorgehen,d ass ich große Bauplatten lediglich mit einem vorgegebenen Element bebaue. Z. B. eine Kogge, ein Kaufmannshaus, ein Container etc.
Dieses Objekt lasse ich dann verkleben und befestge die Grundplatten auf den Tischen. Dahinter baue ich einen Karton auf, so dass einfach ein neutraler oder lebendiger Hintergrund eingebaut werden kann.

Dazu besorge ich eine Reihe von Standardbauteile für die Kreativität der Kids und Minifiguren, Requisiten, Accessoires usw., damit die Videos schön lebendig werden können.

Der Hinweis zur bestmöglichen Einführung in die Technik ist nochmal ein guter Hinweis. Ich werde möglichst akkurat sein.
Ich dachte mir schon, dass ich mit 90 Sekunden sehr optimistisch bin. Am Ende zählt ja nicht die Dauer, sondern der Spaßfaktor.

Und danke für den Link zu den Tutorials. Eine mega Hilfe. Dann lasse ich mich mal inspirieren und tauche weiter ab in die Welt des Brickfilm 8)
Gerne werde ich berichten und Einblicke in die Ergebnisse gewähren. Vielen Dank nochmal.
Timo

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batze
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Re: Stop Motion als Format im Museum

Beitrag von batze » 13.05.2021, 23:23

Du könntest tatsächlich auch mal das Paläon kontaktieren. Die hatten auch mal eine Sonderausstellung mit LEGO Dioramen. Sehr cool gemacht, bin damals extra dafür da hin gefahren.
Gerade dabei meine LEGO Sammlung mal zu sortieren. Kann auch selber custom Steine drucken, also meldet euch wenn ihr was braucht was es noch nicht gibt.

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Re: Stop Motion als Format im Museum

Beitrag von Timo Hansemuseum » 13.08.2021, 10:50

Moin Leute,

ich wollte mich nochmals für eure Support bedanken und euch ein paar Auszüge unserer Ergebnisse präsentieren.

In den SH Sommerferien konnten wir durch ein Ferienprogramm viel ausprobieren und gehen nun in ein Workshopangebot für Schulen über.
Hier ein Beispiel: https://www.instagram.com/reel/CRzMgqVI ... _copy_link

Und vielleicht darf ich euch noch unseren Bauwettbewerb an Herz legen: https://www.instagram.com/p/CSEH99vKM9r ... _copy_link

Unter anderem gibt es dort das LEGO Set Mittelalterliche Schmiede zu gewinnen.

Beste Grüße
Timo aus dem Hansemuseum

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batze
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Re: Stop Motion als Format im Museum

Beitrag von batze » 26.08.2021, 06:58

Ach cool.
Ich habe immer noch einen "Film&Schule" USB-Stick* vom Landkreis Ostwestfalen-Lippe: Der hat damals für Schüler alles mögliche an Tutorials und freier Software zu Animation zusammengetragen. Unter anderem meine Software Bafran war darauf (exklusiv) vertreten − weshalb ich da auch einen von bekommen habe.
Immer wieder toll solche Projekte!

* = inzwischen mehr so als Souvenir, denn die Speichergröße ist inzwischen natürlich viel zu klein
Gerade dabei meine LEGO Sammlung mal zu sortieren. Kann auch selber custom Steine drucken, also meldet euch wenn ihr was braucht was es noch nicht gibt.

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